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Sanierte Stahlbetonrippendecken des Regensburger Diözesanzentrums Obermünster halten dem Feuer zwei Stunden lang stand

27.03.2018

Das Bistum Regensburg investiert fast 35 Mio. €, um sein Diözesanzentrum Obermünster grundlegend zu sanieren und das Bischöfliche Jugendamt gar komplett neu zu bauen. Insgesamt über 200 Beschäftigte bekommen dadurch bis spätestens Ende 2019 moderne Arbeitsplätze in der Kernzone des UNESCO-Weltkulturerbes „Altstadt Regensburg“. Die BBS+Dach GmbH als Fachbetrieb für die Behandlung von Betonbauteilen ist an diesem Großprojekt mit einer entscheidenden brandschutztechnischen Maßnahme beteiligt.

Sowohl der Umfang als auch die Anforderungen sind bei diesem Auftrag für das mittelständische Unternehmen aus Bamberg herausragend. 120 Minuten sollen die Stahlbetonrippendecken künftig einem Feuer standhalten können. Der Rauminhalt des Gebäudekomplexes entspricht dem von rund 60 Einfamilienhäusern. Die Bruttogeschossfläche von Nordflügel sowie Mittel- und Südbau wird mit knapp 18.000 m2 angegeben. Der nördliche und der mittlere Teil sind im Kern mittelalterlich und klassizistisch. Der südliche, das ehemalige Bischöfliche Knabenseminar, stammt aus den Jahren 1930/31.

Bei Umbauten Anfang der 1970er-Jahre wurden im Nordflügel alle Decken durch Stahlbetonrippendecken erneuert. Die schmalen Betonrippen in der Zugzone haben die Aufgabe, den Stahl zu umhüllen, ihn vor Korrosion zu schützen. Gleichzeitig sind sie ein wesentlicher Bestandteil des konstruktiven Brandschutzes. Jedoch wurden an den Rippendecken infolge von Kiesnestern freiliegende Bewehrungen festgestellt.

Die BBS+Dach GmbH musste auf allen drei Geschossebenen des Nordflügels tätig werden:

.        Schalung der Rippendecken demontieren und entsorgen.

.        Betonbauteile mit festem Strahlmittel zur Untergrundvorbereitung bearbeiten.

.        Geschädigte Betonteile abstemmen.

.        Bewehrung entrosten.

.        Korrosionsschutz und Haftbrücke auftragen.

.        PCC-Betonschutz sowie Schalung und flächige Spritzmörtelschicht etwa 20 mm dick einbauen. (Achtung! Geprüftes PCC-System entsprechend den Beanspruchungsklassen M2 und M3 gemäß DAfStb-Richtlinie. Klassifizierung des Brandverhaltens nach DIN EN 13501-1 in A2-S1, d0 – Feuerwiderstand: 120 Minuten –, geprüft an Stahlbeton-Plattenstreifen nach der Einheitstemperaturkurve gemäß 4102-2.

Bauliche und betriebliche Mängel am Diözesanzentrum Obermünster waren durch das Amt für Brand- und Zivilschutz schon 2013 angemahnt worden. Die Baugenehmigung durch die Stadt Regensburg lag schließlich Mitte 2017 vor. Unverzüglich zogen die kirchlichen Mitarbeiter in Ausweichräume ins frühere Evangelische Krankenhaus. Zum Oktober ging die BBS+Dach GmbH ans Werk. Bis Ostern 2018 sollten – so die Vorgabe – die Betonteile instand gesetzt und die Brandschutzbeschichtung aufgebracht sein. Und natürlich hat die BBS+Dach GmbH den Termin zuverlässig eingehalten. 


Die gesamte Baumaßnahme wird in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht betreut und gesteuert vom Katholischen Wohnungsbau- und Siedlungswerk der Diözese Regensburg (www.kws-regensburg.de). Ansprechpartner hier ist Geschäftsführer Markus Jakob. Mit der örtlichen Bauleitung ist der Bad Abbacher Architekt Markus Gierstorfer betraut (www.markus-gierstorfer.de). Alle Beteiligten freuen sich über eine zuverlässige Bauausführung und ein Arbeiten Hand in Hand.